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Der Kollerstock mit Garten
Schild am Bahnhofsgleis

Erlach, Erlau, Freistetten, Haag

Erlach, Erlau, Freistetten, Haag

Erlach 

Die Einöde wird erstmals 1429 als "Prant Erlach" in der Bedeutung "Brandrodung im Erlenwald" genannt.
Der ursprüngliche Halbhof entstand als Brandrodung kurz vor1429. Die Rodung ging vom Stift Indersdorf aus, dem das nahe Ottmarshausen und das ganze Dorf Pipinsried gehörten. 1496 ist der "Vorster zu Erlach", also wohl ein Indersdorfer Klosterförster, nachgewiesen. 1696 erwarb das Stift Indersdorf auch die Gerichtsbarkeitüber die Einöde

Erlau

Der Ortsname entstand aus einem Flurnamen mit der Bedeutung "Au mit Erlen". Unter Au versteht man ein wasserreiches Wiesenland. Der Flurname taucht 1614 auf. Die Einöde geht auf 1869 zurück.

Die Flur Erlau erscheint erstmals 1614 in einem Weidestreit zwischen dem Kloster Altomünster und der Dorfgemeinde Stumpfenbach. Um 1730 wird die Flur "Oerlau" in einem Zehntstreit genannt. Erlau ist eine späte Ausbausiedlung von Stumpfenbach, der Vorläufer eines Aussiedlerhofes.

Freistetten

"Die beiden Gütlein zu Freistetten wurden erst im Jahre 1817 angelegt", schreibt 1883 Anton Steichele, der Chronist des Bistums Augsburg. Entsprechend wurde der Name auf den "Freiheitsdrang der Zeit" zurückgeführt. Tatsächlich entstand Freistetten bereits 24 Jahre früher. Marx und Maria Neumayr verkauften am 20. Juni 1793 für 200 Gulden ihr "Leerhäusl samt den dabei  befindlichen sehr kleinen Gärtl". Es handelt sich um das Haus Hohenzell Nr. 19 (später "beim Schneidermicha" genannt). Im gleichen Jahr erbauten sie sich außerhalb des Ortes ein neues Haus. Die Genehmigung dafür erhielten sie am 8. November 1793. Die Ansiedlung scheint bereits für den Sohn geplant gewesen zu sein. Jedenfalls übergaben Marx und Maria Neumayr kurz darauf, am 1. März 1794, ihr Anwesen an ihren Sohn Ulrich. Damit liegt eine andere Deutung des Ortsnamens nahe, nämlich als freistehendes Haus

Alte Hausnamen:

Kloßenhof
Bitzlhof
Veldbauernhof
Rennerhof

Haag

Ob sich eines der häufig genannten "Hage" oder "Hag" des hohen Mittelalters in der Freisinger Tradition auf unser Haag bezieht, läßt sich kaum sagen. Sicher wird der Ort erstmals im Urbar des bayerischen Herzogs von etwa 1280 erwähnt. Hier ist niedergeschrieben, daß der herzogliche Marschalk vom nahen Schiltberg in "Hage" eine Hube, also einen mittelgroßen Hof, und Wiesenland am Bach Weilach vom Herzog zu Lehen habe. Die Wiesen seien so groß, daß sie 100 Fuder Heu liefern könnten. Am Fuß des Berges, auf dem Haag mit freiem Blick nach Süden liegt, fließt die Weilach vorbei.

Das Wort "Hag" ist ein Naturname und meint Dornengebüsch, niedriges Buschwerk, Hecke. Es bedeutet in der Weiterentwicklung auch den mit Büschen umzäunten Platz oder Ort.