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Eingangsschild am Zaun zum Kräutergarten
Das Stemmerkreuz, bewachsen mit Petunien

Stumpfenbach, Teufelsberg, Thalhausen, Übelmanna

Stumpfenbach, Teufelsberg, Thalhausen, Übelmanna

Alte Hausnamen:

Beim Hausl (Haus-Nr. 1)
Beim Wagner (Haus-Nr. 2)
Beim Bettermacher (Haus-Nr. 3)
Beim Schmied (Haus-Nr. 4)
Beim Weber (Haus-Nr. 5)
Beim Wirt (Haus-Nr. 6)
Beim Schneider (Haus-Nr. 7)
Beim Langweber (Haus-Nr. 8)
Beim Blank (Haus-Nr. 9)
Beim Lang (Haus-Nr. 10)
Beim Steffelbauer (Haus-Nr. 11)
Beim Knoll (Haus-Nr. 13)
Beim Roan (Haus-Nr. 14)
Beim Äußeren Schneider (Haus-Nr. 14 1/2)
Beim Baumeister (Haus-Nr. 15)

Stumpfenbach

925 vertauschte der Salzburger Erzbischof Odalbert Güter in Gumpersdorf, Kleinberghofen und "Stumphinbach". Diesem Umstand verdankt das Dorf seine erste Nennung. Eine weitere frühe Nennung von 1184 - hier bereits in der Form "Stumpfenbach" - ist in einer Urkunde des Klosters Altomünster enthalten.

In Stumpfenbach treffen zwei Bäche zusammen, der aus Altomünster kommende "Angergraben" (im 16. Jahrhundert noch als "Glan" bezeichnet) und der "Kalvarienberggraben", der aus dem Sengenrieder Weiher kommt. Traditionell gilt der "Kalvarienberggraben" als Stumpfenbach, seit geraumer Zeit wird aber der "Angergraben" (seit den 30er Jahren "Kasgraben") als Stumpfenbach bezeichnet. Dies ist nicht richtig. Das Bestimmungswort "Stumpf-" bedeutet im Alt- und Mittelhochdeutschen "verstümmelt, unvollkommen, schwach". Der Ortsname hat also die Bedeutung von "der schwache Bach". Dies trifft auf beide Bäche zu.

Alte Hausnamen:

Beim Bairbaur (Haus-Nr. 1)
Beim Hanslbauer (Haus-Nr. 2)

Teufelsberg

Die Einöde wird erstmals zwischen 1171 und 1182 als "Tuuilhartsperge" in einer Urkunde des Klosters Scheyern genannt. Der mittelhochdeutsche Namen ist "Tuvilhartsperge" zu lesen. Im Namen ist neben dem Grundwort "-berg" das Bestimmungswort "Teufelhart" enthalten. Also nicht der "Teufel" verbirgt sich hier, sondern der Vor- und Nachname Teufelhart. Als Nachname ist er um 1227 in einer weiteren Scheyerner Urkunde belegt. "Berg des Teufelhart" wäre also die Deutung des Ortsnamens. Zu einem unbekannten Zeitpunkt gründete ein gewisser Teufelhart unseren Ort durch Rodung.

Alte Hausnamen:

Mühl (Haus-Nr. 7)
Beim Wirt (Haus-Nr. 20)
Beim Achter (Haus-Nr. 5)
Beim Ertlbauer (Haus-Nr. 10)
Beim Sturm (Haus-Nr. 24)
Beim Goribauer (Haus-Nr. 11)
Beim Trenker (Haus-Nr. 19)
Beim Alber (Haus-Nr. 26)
Beim Blumhuber (Haus-Nr. 14)
Beim Gorinazi (Haus-Nr. 25)
Beim Planck (Haus-Nr. 16)
Beim Wagnerveitl (Haus-Nr. 21)
Beim Ortsimon (Haus-Nr. 18)

Thalhausen

Thalhausen wird erstmals im 1030 in einer Urkunde des Benediktinerinnenklosters Kühbach als "Talenhus" genannt. Die Urkunde hat kein Datum, aber aus dem Zusammenhang ergibt sich zwangsläufig der Zeitansatz. Die Deutung ist nicht einfach. Aufgrund der geografischen Lage im Tal der oberen Weilach wäre zunächst an "Haus oder Häuser im Tal" zu denken. Im Bestimmungswort "Talen-" ist aber der Personenname "Talo", eine Kurzform etwa von Talamot, enthalten.

Thalhausen bedeutet also soviel wie "Haus oder Häuser des Talo". Ein bajuwarischer oder fränkischer Siedler namens Talamot hatte sich wohl zwischen 700 und 800 am Rand des sumpfigen Weilachtales niedergelassen und gerodet. Der Name Talamot steckt zum Beispiell auch im Namen Thalmannsdorf. Ein Adeliger deses Namens kommt 843 im Zusammenhang mit Tandern und Hilgertshausen vor.

Alte Hausnamen:

Beim Bauer (Haus-Nr. 1)
Beim Hiasbaur (Haus-Nr. 2)
Beim Heislmann (Haus-Nr. 3)
Beim Nusser (Haus-Nr. 4)

Übelmanna

Durch Übelmanna führte bereits zur Römerzeit eine wichtige Straße. Die Strecke von Kiemertshofen über Übelmanna nach Langengern war Teil der Verbindung Augsburg - Oberföhring - Wels (Oberösterreich), die unter Kaiser Domitian (81-96 n. Chr.) errichtet worden ist.

Übelmanna erscheint erstmals im Besitzverzeichnis des Klosters Altomünster von 1260 in der Form "Ubelenmannen". Damit wird offenbar auf "üble Männer" hingewiesen. Aber was bedeutet diese Anspielung? Haben die Leute wirklich große Untaten begangen? Oder haben nur die benachbarten Dörfer den Übelmannern diesen Namen aus Neid und Mißgunst gegeben? Oder war der Klosterschreiber verärgert über die Leute? Man wird es leider nicht mehr nachvollziehen können.