Gespinstmotten an Bäumen: auffälliges Naturphänomen, aber harmlos
Bei uns in der Region fallen derzeit öfters silbrig eingesponnene Sträucher und teilweise kahl gefressene Bäume auf. Verantwortlich dafür sind die Raupen der Gespinstmotte.
Die Tiere überziehen Äste und Zweige mit feinen Gespinsten, die wie ein heller Schleier wirken. Für Menschen sind sie völlig ungefährlich. Befallen werden vor allem bestimmte heimische Gehölze wie Traubenkirsche, Weißdorn oder Pfaffenhütchen.
Auch wenn der Anblick oft beunruhigend wirkt, geben Fachstellen Entwarnung: Die betroffenen Pflanzen erholen sich in der Regel problemlos und treiben im Sommer wieder neu aus. Einen dauerhaften Schaden nehmen sie meist nicht.
Natürliche Gegenspieler wie Vögel, Schlupfwespen und andere Insekten sorgen zudem dafür, dass sich die Gespinstmotte nicht unkontrolliert ausbreitet.
Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern rät daher ausdrücklich von Insektengiften ab. Diese würden oft auch nützliche Arten schädigen und das ökologische Gleichgewicht stören.
Wer die Gespinste im eigenen Garten als störend empfindet, kann sie vorsichtig mechanisch entfernen, zum Beispiel mit einem Wasserstrahl oder Besen.
Die Gespinste haben übrigens nichts mit dem Eichenprozessionsspinner zu tun. Dieser kommt nur an Eichen vor und macht keine großen Netze, die ganze Äste oder Bäume überziehen. Stattdessen sitzen die Tiere eher am Stamm oder in Ritzen der Rinde, und das meist erst deutlich später im Jahr. Wenn jetzt im Frühjahr oder Frühsommer ganze Sträucher eingesponnen wirken, steckt fast immer die Gespinstmotte dahinter, nicht der Eichenprozessionsspinner.
